Aufruf zur Nachttanzdemo am 25.August 2018

Aufruf zur Nachttanzdemo für körperliche Selbstbestimmung, am 25.August, 19 Uhr, Goethestraße, Kassel – Can’t believe we still have to protest this shit


*English below* – Aqui em portugues


Raus auf die Straßen! Für das Recht, selbst über unsere Körper zu bestimmen! Schwangerschaftsabbrüche legalisieren!
 
Nicht zuletzt die Verurteilung der Gießener Gynäkologin Kristina Hänel hat die Debatte um die restriktive Gesetzeslage zu Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland wieder voll entfacht. Selbsternannte „Lebensschützer*innen“ machen es sich zur Aufgabe, Frauenärzt*innen anzuzeigen, wenn sie Informationen über ihre Tätigkeit, z. B. auf ihren Webseiten, online stellen (zu einem dieser Männer ist hier ein Text erschienen: https://www.inventati.org/mkrause/). Ermöglicht wird dies durch die Paragrafen 218/219 des StGB: Sie erklären einen Schwangerschaftsabbruch prinzipiell zu einem Straftatbestand, der lediglich unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt.  Dadurch wird das körperliche Selbstbestimmungsrecht von Frauen* sowie von betroffenen Trans* und Inter*Personen in Deutschland massiv eingeschränkt. 
 
Auch zwei Kasseler Gynäkologinnen sehen sich wegen dieser Gesetzgebung mit einer Strafanzeige konfrontiert. Auf Grundlage des Paragrafen 219a Strafgesetzbuch wurden sie wegen des dort festgelegten „Werbeverbots“ für Schwangerschaftsabbrüche angeklagt. Beide informieren auf ihrer Internetseite und führen entsprechende Leistungen durch. Vor Beginn des Gerichtsprozesses wollen wir unsere Solidarität mit den beiden sichtbar machen und gemeinsam lautstark gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland protestieren!
 
Es geht dabei nicht nur um den Kampf um einen kostenfreien und legalen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch, sondern um den Widerstand gegen eine breite Front von Retraditionalisierung, die wir nicht nur in Deutschland erleben. Der national-chauvinistische Kulturkampf gegen die Errungenschaften der feministischen Bewegungen der Vergangenheit verschärft sich derzeit überall. 
 
Wir wollen dabei nicht zuschauen und rufen euch daher dazu auf, mit uns gemeinsam an diesem Abend auf die Straße zu gehen und für die Freiheit und das Recht auf körperliche Selbstbestimmung weltweit zu demonstrieren. In Solidarität mit den angeklagten Ärzt*innen, mit den Bewegungen gegen Gewalt an Frauen und LGBTQ-Personen in Lateinamerika, Süd- und Osteuropa, der Türkei und anderswo, mit dem Kampf für Selbstbestimmung in patriarchal-repressiven Regimen und nicht zuletzt mit allen Widerständen gegen den täglichen Sexismus in unserem Leben!
***
Take to the streets! Protest for unrestricted rights to physical self-determination! 
 
The debate surrounding the restrictive legislation on abortions in Germany is getting increasingly heated. So-called “pro-life” activists make it their mission to denounce gynaecologists for providing online information about their services. Their endeavours are enabled by the provisions of the German criminal law: Paragraphs 218 and 219 declare the termination of pregnancies illegal and as punishable unless a number of constraining conditions are fulfilled. This is severely restricting women’s, as well as trans* and inter* people’s fundamental right to physical autonomy. 
 
Following last year’s conviction of Kristina Hänel, a gynaecologist based in Gießen, two doctors from Kassel are now experiencing similar attacks on the basis of paragraph 219a and its “advertising ban” on abortions. In the wake of the impending process we want to show our solidarity with them and together protest loudly and visibly against the criminalization of abortions in Germany. 
 
Our protest does not only concern the free and legal access to medical procedures, but is a form of resistance against a return to traditionalism that we currently see happen in many places: The nationalist-chauvinist war on accomplishments made by feminist movements in the past. 
 
We are not willing to be quiet bystanders! Let’s take to the streets together to protest for freedom and the right to physical self-determination – in this country and world-wide! In solidarity with doctors facing lawsuits and occupational bans; with movements fighting violence against women and LGBTQ people in Latin America, Southern and Eastern Europe, Turkey and elsewhere; with struggles for self-determination in patriarchal and repressive regimes; and last but not least with any act of rebellion against everyday sexism in our lives! 
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